Vier abgeschoben, acht in Haft – Israel hält Gruppe der ‚Madleen‘ illegal fest

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Etwa 24 Stunden nachdem der Kontakt zu unseren Kolleg:innen an Bord der „Madleen“ abgebrochen war, konnten Anwält:innen von Adalah (Rechtszentrum für die Rechte der arabischen Minderheit in Israel) 10 der 12 Entführten treffen. Zwei der 12 – Omar Faiad, Journalist bei Al Jazeera, wird separat durch vom Netzwerk organisierte Rechtsvertretung unterstützt, und Yanis Mhamdi, ein Journalist aus Frankreich, wird von einem privaten Anwalt vertreten.

Die Freedom Flotilla Coalition (FFC) bestätigt, dass vier der 12 abgeschoben wurden und acht weiterhin in israelischer Haft sind:

1. Baptiste André (Frankreich) – abgeschoben
2. Greta Thunberg (Schweden) – abgeschoben
3. Sergio Toribio (Spanien) – abgeschoben
4. Suayb Ordu (Türkei) – in Haft
5. Mark van Rennes (Niederlande) – in Haft
6. Pascal Maurieras (Frankreich) – in Haft
7. Reva Viard (Frankreich) – in Haft
8. Rima Hassan (Frankreich) – in Haft
9. Thiago Ávila (Brasilien) – in Haft
10. Yanis Mhamdi (Frankreich) – in Haft
11. Yasemin Acar (Deutschland) – in Haft
12. Omar Faiad (Frankreich) – abgeschoben

Israel behandelt die Festhaltung der 12 so, als seien sie illegal eingereist – obwohl sie gewaltsam aus internationalen Gewässern entführt und gegen ihren Willen nach Israel gebracht wurden.

Jede:r Freiwillige erhielt zwei Optionen: Dokumente unterschreiben, die der Abschiebung zustimmen, oder in Haft bleiben und vor einem Tribunal erscheinen. Die FFC hatte einige Freiwillige ermutigt, falls möglich, einer beschleunigten Abschiebung zuzustimmen, um den Kommunikationszugang wiederherzustellen – einschließlich der Möglichkeit, frei zu sprechen und sich für ihre Mitstreiter:innen einzusetzen. Alle widersprachen schriftlich ausdrücklich der Behauptung des illegalen Grenzübertritts und betonten, dass israelisches Recht nicht auf sie anwendbar sei, ihre Mission humanitärer Natur sei und sowohl das Abfangen des Bootes als auch ihre Inhaftierung illegal seien.

Diejenigen, die einer Ausreise nicht zustimmten, bleiben in Haft und werden vor einem Tribunal erscheinen. Die Rechtsvertretung wird argumentieren, dass das Abfangen der „Madleen“ unrechtmäßig war, die Inhaftierungen willkürlich sind und die Freiwilligen ohne Abschiebung freigelassen werden müssen. Das Rechtsteam wird weiterhin fordern, dass die Freiwilligen zur „Madleen“ zurückkehren und ihre legale Mission nach Gaza fortsetzen dürfen. Doch wir wissen nur zu gut, dass es im israelischen Rechtssystem keine Gerechtigkeit gibt – ein System, das vor allem dazu dient, Kolonisierung, Besatzung und Apartheid zu legitimieren und zu zementieren. Das Tribunal wird letztlich ihre zwanghafte Ausweisung anordnen.

Die FFC steht hinter den „Madleen 12“. Ihre Inhaftierung ist unrechtmäßig, politisch motiviert und ein direkter Verstoß gegen internationales Recht. Die Verfolgung humanitärer Hilfe und das Schweigen von Widerstand werden nicht erfolgreich sein.

Die FFC erkennt an, dass die „Madleen 12“ aufgrund ihrer privilegierten Pässe vor der täglichen Brutalität und dem grausamen systemischen Terror geschützt sind, den Palästinenser:innen unter israelischer Besatzung erleiden. Laut der Organisation Addameer Prisoner Support and Human Rights Association sind bis zum 4. Juni 2025 über 10.400 Palästinenser:innen in israelischen Gefängnissen inhaftiert. Darunter sind mehr als 400 Kinder und über 3.500 werden ohne Prozess, Anklage oder minimales rechtliches Verfahren festgehalten.